| 08 Februar 2007 |
| Legale Korruption |
Unter der Überschrift "Legale Korruption" schreibt die Tageszeitung "Junge Welt" über die Methoden der Pharmaindustrie, die Ärzte zur Verordnung ihrer Präparate zu bekommen.
Pharmavertreter und etliche niedergelassene Ärzte arbeiten Hand in Hand bei der Ausplünderung der Krankenkassen.
Verschreiben Mediziner ein Medikament, das ihnen von Pharmareferenten angeboten wird, erhalten sie pro Patient bis zu 1000 Euro für das Ausfüllen eines Bogens, in dem sie dem Unternehmen über die Behandlungsergebnisse berichten. Nach einer internen Studie der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, die die Zeitschrift Stern im Januar veröffentlichte, befanden sich zwischen August 2004 und Dezember 2006 mehr als eine Million Patienten in Anwendungsbeobachtungen. Mehr als 30000 Ärzte und damit jeder vierte niedergelassene Mediziner nahmen etwa an den AWBs des Herstellers Astra Zeneca für das Magenmittel Nexium teil.
Um was es mit den AWBs wirklich geht, machte Novartis in einem firmeninternen Protokoll deutlich: »Marktführerschaft: Mehr Patienten durch AWBs«. Im letzten Jahr betraf dies insbesondere die Bluthochdruck-Mittel Diovan und Codiovan. Pharmavertreter sollten Ärzte für beide Medikamente zu insgesamt 35000 AWBs gewinnen. Den Schaden für die gesetzlichen Kassen durch die AWBs beziffern Kritiker pro Jahr auf 930 Millionen Euro.
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posted by Pharmafritz @ 00:31   |
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