Pharmalobby - News aus Pharma und Medizin
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Hintergründe zum Pharmamarketing
20 Januar 2008
Nebenwirkung bei Appetitzügler Acomplia®
Es ist schon nicht mehr lustig, was die Pharmaunternehmen in der letzten Zeit für giftige Sachen anrühren. Anderseits ist es nicht verwunderlich. Gibt doch die Pharmaindustrie in den USA fast doppelt so viel Geld für Werbung aus, als für Forschung und Entwicklung. In 2004 wurden insgesamt 57,5 Milliarden Dollar in Werbemaßnahmen investiert. Bei Forschung und Entwicklung waren es dagegen nur 31,5 Milliarden Dollar.

Zu den Werbemaßnahmen zählen u. a. die Verteilung kostenloser Arzneimittelmuster, Werbeanzeigen, Mails, Ärztebesuche durch Pharmavertreter und Seminare, auf denen die Medikamente beworben wurden.

Rimonabant, unter dem Namen Acomplia® in Deutschland vermarktet, ist ein Medikament zur Gewichtsreduktion. Nur hat das Arzneimittel ein Problem, es hat Nebenwirkungen. Mit einer ist ganz und gar nicht zu spassen. Während der Anwendung des Präparates kann es zu Depressionen und psychischen Störungen kommen.

Dänische Wissenschaftler berichten, dass das Arzneimittel zwar die Gewichtsabnahme fördert, allerdings seien bei Studien schwere psychische Nebenwirkungen um 40 Prozent häufiger vorgekommen, als in den Vergleichsgruppen, die Placebos bekamen. Die US-Arzneimittelbehörde beobachtete sogar ein erhöhtes Selbstmordrisiko wärhrend der Behandlung mit Rimonabant.

Bereits im Juli vergangen Jahres hat die Europäische Arzneimittelagentur EMA vor den Nebenwirkungen des Lifestyle-Medikaments auf die Psyche gewarnt. Diese Nebenwirkung war schon bei der Einführung des Medikaments in 2006 bekannt. Die Kosten für Acomplia® werden von den Krankenkassen nicht übernommen.

Nun droht dem Hersteller Sanofi-Aventis offenbar eine Sammelklage amerikanischer Aktionäre. Dem weltweit drittgrößten Pharmahersteller wird vorgeworfen, in dem Zeitraum zwischen Februar 2006 und Juni 2007 den Aktionären die bereits bekannten Nebenwirkungen verschwiegen zu haben.

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posted by Pharmafritz @ 16:56  
1 Comments:
  • At Montag, August 18, 2008, Anonymous Anonym said…

    Ich habe Acomplia drei Monate lang genommen und das Endresultat ist enttäuschend und wenn ich die Nebenwirkungen mit hinzurechne, muss ich eine katastrophale Bilanz ziehen.
    Ich habe in den drei Monaten zwar sechs Kilo abgenommen, aber das wäre ohne das Präparat auch gegangen. Ich habe natürlich den Fehler gemacht und habe den Beipackzettel nicht richtig oder nur teilweise gelesen und bekam Nebenwirkungs-Beschwerden, von denen mir nicht klar war, dass sie von Acomplia her rührten:
    Ich war anfangs niedergeschlagen, dann richtig depressiv, dauernd müde und abgeschlagen, mir war fortwährend übel und Abends bekam ich Fressattacken und musste mich anschliessend übergeben, wie ein Ess-Brech-Gestörter, einfach so...
    Ich musste mir keinen Finger in den Hals stecken, es kam einfach so.
    Am schlimmsten war meine Gereiztheit und meine Übellaunigkeit.Ich hätte jeden für nichts in die F......hauen können. Am schlimmsten aber waren die Hitzeattacken und Schweissausbrüche schon bei der geringsten Anstrengung (und ich treibe viel Sport !!!!)
    Ich konnte vor lauter Schwitzen nicht mehr schlafen, dementsprechend kaputt war ich anderntags. Schon ein Treppenabsatz und ich hatte einen nassen Rücken, dazu Herzrasen und ein entsetzlcihes Völlegefühl. Ich fühlte mich dauernd wie vollgefressen, dabei wollte ich genau das Gegenteil. Ich dachte echt jeden Tag, ich bekomm gleich einen Schlag.
    Ich hatte noch Tabletten für einen Monat und bin dann mal zum Arzt und hab ihm erzählt, was ich nehme und der hat mich dann aufgeklärt. Ich habe die restlichen Pillen dann sofort weggeworfen. Ich kann nur sagen: Nie wieder Acomplia, das ist lebensgefährlicher Müll und rechtfertigt nicht im Gerinsten den Abnehmeffekt. Leider steht das alles im Beipackzettel drin, sonst hätte ich grosse Lust gehabt, Sanofi-Aventis zu verklagen. Ich glaube inzwischen, Acomplia ist in der Lage, ernsthafte Schäden hervorzurufen.

     
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